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dont_know_to_use

BeitragDi, Okt 10, 2017 6:02
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Die Flüchtlinge bei uns auf dem Land waren ein Segen für die lokale Wirtschaft. Einige Firmen mussten bereits dicht machen, weil sich nicht genug deutscher Nachwuchs finden lies. Dieser zieht nämlich lieber in die nächste Großstadt um zu Studieren, in einer Mietskaserne zu landen, sich wundern warum die Mieten steigen und am Ende bei diversen linken Bewegungen gegen den Kapitalismus zu wettern.

Ich finde es interessant, dass die Kriminalität unter Flüchtlingen ausschließlich in Städten so stark ausgeprägt ist. In meiner Gemeinde und auch in den Nachbargemeinden verhalten sich die Flüchtlinge friedlich. Sie lernen Deutsch, gehen Arbeiten und bringen sich ein. In den Großstädten hingegen ist der absolute Großteil der Flüchtlinge arbeitslos und als Freizeitbeschäftigung wird sich dann eben bei Einigen Einbruch und Körperverletzung ausgesucht. Die Schuld dafür liegt wohl mitunter (sicher nicht ausschließlich) bei den Leuten, die auch zu gewöhnlichen Migranten gehen, ihnen sagen, sie sollen ja nicht Arbeiten gehen. Der Staat kümmert sich schon um ihre Versorgung.

Es ist mir völlig egal, ob das Kriegs- oder Wirtschaftsflüchtlinge sind. Diese Personen helfen den unterbevölkerten Gemeinden auf dem Land ungemein. Egal ob es die Dachdeckerfirma oder der Schützenverein ist, Allen mangelt es an Nachwuchs.

Nochmal zu den Nichtwählern
Ich persönlich bin äußerst liberal. Ich stehe sowohl zur persönlichen wie auch zur wirtschaftlichen Freiheit. Ich mag weniger Steuern, weniger Bürokratie, Legalisierung von Drogen, homosexuellen Partnerschaften und einfachen Waffenbesitz. Was mir aber ebenfalls wichtig ist, sind die Aufnahme von Flüchtlingen und Migranten, die Erfüllung der NATO-Bündnispflicht, das Militär und vor Allem weniger Bürokratie auf europäischer Ebene. Welche Partei sollte ich also wählen, ohne die mir wichtigen Aspekte und Prinzipien nicht zu verraten?
- Die FDP? Die hat vergessen, was Liberalismus ist und wettert für mehr Bürokratie.
- Die Grünen, welche sich selbst den Titel liberal geben um antiliberale Gesetze durchzuboxen?
Wen wählt man, wenn man in keiner Partei eine politische Vertretung findet? Wäre ich Wählen gegangen, hätte ich mich vermutlich mit Schande bei der AfD wiedergefunden.

Mathias-Kwiatkowski

BeitragDi, Okt 10, 2017 6:49
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Warum hättest du dich bei der afd gefunden? Die haben alles gegensätzliche als das was du willst.

Und Legalisierung von Drogen ist ein No go. Es macht ein kaputt langsamer bis schneller tot. Daher kann ich dies nicht verstehen.

Die afd ist eine Partei die gegen alles was hat. Nun ist es das Thema Flüchtlinge wäre es was anderes gewesen würden sie sich da gegen Stellen. Die afd ist ebenso für die Abschaffung der neutralen Energie Versorgung.
Skype: Anarchie1984
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Yahoo - Erneuert am 21.08.2017

DAK

BeitragDi, Okt 10, 2017 13:34
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Hmm, eigentlich ist das Argument von wegen, Wirtschaftsflüchtlinge sind böse, Kriegsflüchtlinge sind ok ein wenig seltsam, wenn man darüber nachdenkt.

Ein Wirtschaftsflüchtling ist, von den Motiven her, ein normaler Mensch, der herkommen will, um zu arbeiten, da es bei ihm zu Hause keine Arbeit gibt. Sie füllen hauptsächlich einen Jobsektor, den kein Zentraleuropäer freiwillig um das Geld machen will (z.B. Bau, Putzen, Taxifahren und Kebab machen). Damit nehmen sie den Einheimischen keine Jobs weg, sorgen aber dafür, dass die gegebenen Dienste billiger werden, durch mehr Wettbewerb. Die Einzigen, die mit Wirtschaftsflüchtlingen Probleme haben sollten, sind ältere Wirtschaftsflüchtlinge, weil nur denen kann ein Job von einem Wirtschaftsflüchtling weggenommen werden.

Ein Kriegsflüchtling hingegen ist hier schwieriger. Erstens sind nicht alle Kriegsflüchtlinge Leute, die sich in Billigjobs wiederfinden würden, da auch gebildete Leute von Krieg betroffen sind. Damit hat man hier eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass so jemand einem Einheimischen Konkurrenz um den Job machen könnte. Zweitens sind viele Kriegsflüchtlinge schwer traumatisiert, was eher zu Arbeitslosigkeit und ggf. Kriminalität führen kann.

Allerdings sind wir aufgrund der Genfer Konvention und grundlegender Moralität verpflichtet, Leuten in solchen Notlagen zu helfen.

Jetzt gäbet's hald ein paar Möglichkeiten, wie man das Problem mit den Kriegsflüchtlingen ziemlich leicht umschiffen. Die überwältigende Mehrheit der Kriegsflüchtlinge bleiben in einem Nachbarland ihres Heimatlandes. Im Fall von Syrien ist das Libanon. Libanon hat rund 6 Millionen Einwohner und rund 2 Millionen Flüchtlinge. Deutschland hat rund 1.1 Millionen Flüchtlinge bei 82 Millionen Einwohner.

Im Libanon kostet ein Flüchtling €1-2 am Tag in Deutschland sind das €35. In Österreich und Deutschland kann man Asyl nur in Person im Land beantragen. Das heißt, wenn man nicht legal zu einem Visum kommt (z.B. weil es in Syrien keine Botschaft mehr gibt oder man tatsächlich verfolgt wird), muss man also illegal einreisen. Jemand, der die Strapazen und Kosten einer illegalen Einreise auf sich genommen hat, wird sich nicht von einem negativen Asylbescheid beeindrucken lassen, sondern im Land bleiben.

Um also das Problem mit zu vielen Asylwerbern zu richten, müsste man nur 1. mal richtig was an Hilfe für Länder wie Libanon bereit stellen (das Geld, dass jeder Asylwerber in Österreich oder Deutschland kostet, kann 35 Asylwerber im Libanon durchbringen, man spart sich also als Land einiges, wenn man Libanon helfen würde) und 2. Asylanmeldestellen im Ausland, z.B. Libanon oder Nordafrika, aufstellen, wo man Leuten ihren ggf. negativen Ayslbescheid vor Ort ausstellen kann, so dass sie gar nicht her kommen.

Beides ist recht einfach gemacht und billiger als die aktuelle Lösung. Aber stattdessen reden wir lieber über Mauern und schießen -.-
Gewinner der 6. und der 68. BlitzCodeCompo

Eingeproggt

BeitragDi, Okt 10, 2017 19:26
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Ich hab recht aufmerksam die Diskussion hier verfolgt - und muss alle Beteiligten loben. Für eine politische Diskussion ist das Niveau hier (ehrlich) hoch.

Ich würd gern jetzt einhaken, weil DAK die "Wirtschaftsflüchtlinge" ziemlich schnell abgehandelt hat, nach dem Motto "brauchen wir nicht drüber reden, sind kein Problem". Ich denke, den meisten Skeptikern geht es sehr wohl um genau diese Wirtschaftsflüchtlinge.

Wenn sie sich eine (leider oft schlecht bezahlte) Arbeit suchen - OK. Aber es gibt da noch andere Gruppen, die eben (aus meiner Sicht) die Probleme verursachen:

Die Parallelgesellschaft:
Dieses Wort hab ich nicht von der FPÖ-Kampagne abgeschrieben, sondern ein Jahr lang selbst erlebt. Ich habe für ein türkisches Unternehmen gearbeitet. Der Chef konnte perfekt Deutsch und kannte sich mit den Gesetzen usw. aus. Die Angestellten (und Kunden!) waren Paradebeispiele für "nicht integrationswillig". Klar - die finden alle Waren für ihren Alltag in solchen Geschäften, brauchen also nicht lernen wie das Gemüse auf Deutsch heißt. Die Verkäufer haben einen Job, sind so gesehen verdienen sie Respekt. Sie leben aber in einer Welt in der sie nichts mit "Einheimischen" zu tun haben müssen / wollen.

Ich lasse mit mir darüber reden, ob nicht ein jeder von uns ein wenig "Mitschuld" ist, dass sich solche Parallel-Gesellschaften entwickelt haben. Aber die Existenz möchte mir niemand ausreden, oder?

Dann muss man nur noch das empfindlichste Thema besprechen, ob sie eine "Gefahr" darstellen.
Solange alle in der Parallel-Gesellschaft brav Steuern und Sozialversicherungsbeiträge zahlen und es keine direkten Konflikte gibt wie zb "du darfst hier nichts kaufen", würd ich sagen, wäre es OK.
Aber mein persönliches Gefühl (ich habe noch keine Statistiken recherchiert dafür) sagt mir: Da geht nicht alles mit rechten Dingen zu. Da wird es bestimmt Steuerhinterziehung usw. geben, was unserer Gesellschaft schadet. Ja, gibt es auch bei einheimischen Unternehmen. Aber wenn man diese Menschen länger beobachtet, kommen doch deutlich mehr Zweifel auf als bei österr. Unternehmen.

Die "Schmarotzer" (In Deutschland wohl oft "Hartz-4-Empfänger" oder so genannt?):
Diese Leute suchen keine Arbeit, sondern leben nach dem Motto "Ich krieg eh einen tausender vom Staat, wozu arbeiten?".
Natürlich ist man dann schnell bei der Frage:
Warum ist der Unterschied zwischen Sozialhilfe und Mindestlohn so niedrig, dass es sich nicht lohnt? Das ist "unsere Schuld", da muss man was tun. Wobei mir beide Richtungen recht sind - Erhöhung der Gehälter oder Senkung der Sozialleistungen.

Diese "Gruppe" von Genschen hab ich nicht 1 Jahr persönlich begleitet. Aber ein guter Freund von mir ist Grundschullehrer. Wenn man die Kinder nach ihren Berufswünschen fragt, kommt schon bei 6-7-jährigen (bei manchen - und nur bei "Migrationshintergrund") die Antwort: "Ich werd AMS" (AMS ist das "Arbeitsmarktservice", also die Stelle, die sich um die Arbeitslosen kümmert)

Wenn diese "Schmarotzer-Gedanken" schon so tief in den Menschen verankert sind, darf man von einem "Problem" sprechen, oder?
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Tankbuster

BeitragMi, Okt 11, 2017 4:06
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Will nur kurz was zu Schmarozern sagen:
Ich habe 3 Monate unter Arbeitslosen verbracht. Ich wäre fast bescheuert geworden dabei. Ganz ehrlich, ich finde es unglaublich schlimm, wie man diese Menschen behandelt.

Kurz dazu: Ich wusste kurzzeitig nicht, was ich machen soll, und habe mich Arbeitslos gemeldet. Dann bin ich in ALG1 gerutscht, und nach kurzer Zeit musste ich jede Woche 2 mal von 8-16 Uhr (64 Stunden im Monat) bei einer komischen ausgelagerten Agentur verbringen, wo man mir beigebracht hat, wie man eine Bewerbung schreibt, und wie man das Besteck richtig hält. (ohne Scheiß)

Diese Agentur verdient sicherlich einen riesen Haufen Geld damit, Leute nicht in Arbeit zu bringen. Das einzige was die machen ist, das Selbstbewusstsein der Arbeitslosen zu zerstören und deren Zeit zu klauen.
Schmarotzer habe ich wärend dieser Zeit nicht bemerkt, ich habe nur verzweifelte Frauen und Männer kennengelernt, die Angst haben, dass Ihnen ihre paar Euros gestrichen werden, weil sie sich weigern, sich als *übertreib* Prostituierte zu bewerben, oder weil sie in den letzten 5 Stellen als Leiharbeiter ausgenutzt wurden, und nicht von sich selbst aus kündigen KONNTEN, weil ihnen die Leistungen (und damit die Wohnung und das Essen) sonst gestrichen werden. Weil sie Kinder haben, denen sie nichts bieten können, oder sonstiges.

Ohne Witz, ich will soetwas nie wieder erleben, diese Zeit hat mich so runtergezogen, ich habe mich auch gefühlt wie ein Stück Sch..... Und ganz ehrlich, ich habe Angst, irgendwann wieder an diesem Punkt zu landen, wo ich nicht für mich selber sorgen kann, und auf diese Art der Hilfe angewiesen bin.

Ich dachte früher auch immer, dass Arbeitslose selbst schuld sind, faul oder dumm sind, aber ich weiß jetzt, dass es nicht so ist. Eher ist es eine neue Form von Sklaverei.
Man sollte bedenken, dass es auch Menschen sind, die einfach gerade keinen Platz im System finden. Wenn man diese verzweifelten Menschen dann auch noch behandelt, wie den letzten Abschaum, dann ist das total falsch, und darum sind Leistungen an diese Leute auch so wichtig. Es ist wie ein "Ich glaub an dich". Keine Leistungen sind dagegen wie ein "Du kannst sterben, du bist nichts Wert."

Mal kurz eine kleine Rechnung mit offiziellen (also schönergemachten zahlen)

Code: [AUSKLAPPEN]
2.569.000 Arbeitslose * 1000 Euro im Monat (kleine Wohnung und Essen) = 2.569.000.000€ im Monat
* 12 = [b]30 Milliarden im Jahr[/b]


Zitat aus der süddeutschen:
Zitat:
Die Kosten der Arbeitslosigkeit haben sich damit nach Berechnungen der Arbeitsmarktforscher im Jahr 2014 auf 56,7 Milliarden Euro summiert


Wie kann das sein? Bekommt jeder Arbeitslose im Schnitt 2000€ im Monat? Ich denke nicht. Hier geht sicher ein Haufen Geld für Unnötigen Papierkram drauf.
Bei 2800 Milliarden Euro BIP wären diese 56,7 Milliarden Euro übrigends ziemlich genau 2% des BIP, was ich ziemlich interessant finde.

Natürlich möchte ich nicht, dass jeder Arbeitslose einfach 2k in den Arsch geschoben bekommt, aber es kann doch nicht sein, dass Leute in unserer Gesellschaft Existenzängste haben, wenn Ihnen ohne Probleme geholfen werden könnte. Ok, selbst wenn ein paar dieser Leute der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Die Gesellschaft kann sich das leisten. Aber wenn gehetzt wird gegen verzweifelte Leute ohne Zukunftsperspektive (gerade RTL und co sind darin ja gut), dann wirft das diese Gesellschaft weiter zurück als nur ein paar Euros.
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dont_know_to_use

BeitragMi, Okt 11, 2017 5:34
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Mathias-Kwiatkowski hat Folgendes geschrieben:
Warum hättest du dich bei der afd gefunden? Die haben alles gegensätzliche als das was du willst.

Natürlich hätte ich die AfD nicht gewählt, da sie mir in vielen Sachen doch arg widerstrebt, was z.B. Flüchtlinge, die Haltung zu Putin, den Hass auf Religionen und Liberalismus auf persönlicher Ebene angeht. Jeder Einzelne dieser Aspekte spricht schon gegen sie. Im Vergleich zu anderen Parteien steht sie allerdings doch besser da. Wirtschaftliche Freiheit und eine kritischere Haltung zur EU(die bei der AfD schon zu kritisch ist) sind mir äußerst wichtig. Die AfD ist auch die einzige Partei, die zumindest andeutet, das Waffenrecht zu lockern. Andere Parteien bleiben da entweder unklar oder fordern direkt ein Verbot von allen privaten Schusswaffen.

Eingeproggt hat Folgendes geschrieben:
Parallelgesellschaft ...

Dass sich Parallelgesellschaften bilden, ist auch ganz einfach erklärt. Menschen aus Afrika/Asien und (West-)Europa haben teilweise grundlegend verschiedene kulturelle Werte. Stärke, Aggressivität, Mut und Kampfbereitschaft spielen in solchen Kulturen eine große Rolle. Wenn sie diese Werte in einer Gesellschaft nicht ausleben können, fördert das die Bildung von Parallelgesellschaften. Das sind tief verankerte Verhaltensweisen und Traditionen, die sich nicht einfach "wegsozialisieren" lassen können. Gibt man ihnen, vor Allem den Männern, die Möglichkeit, ihre Werte auszuleben, fördert das nicht nur, dass sie sich besser einleben, sondern auch eine Senkung der Kriminalität unter ihnen.
Das sich diese Menschen auf dem Land oft wohler fühlen, hat wohl auch damit zu tun, dass die Landbevölkerung noch eine ihnen ähnlichere Kultur lebt als die Menschen in der Großstadt.

DAK

BeitragMi, Okt 11, 2017 15:39
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@Parallelgesellschaften: Die haben wir ja auch so komplett ohne Ausländer. Ich komme aus einer Mittelklasse-Familie (beide Eltern haben keinen Schulabschluss, haben aber hart gearbeitet, sich ein Haus gekauft und mit Ausnahme vom meinem jüngsten Bruder, der noch nicht alt genug ist, haben alle von uns einen Uniabschluss), habe zwei Jahre lang als Missionar für meine Kirche gearbeitet, wo man besonders mit Leuten am untersten Ende der Nahrungskette zutun hat, und dann zwei Jahre als Nachhilfelehrer, wo man hauptsächlich mit reichen Leuten mit faulen Kindern zutun hat.

Glaubt irgendeiner hier ernsthaft, dass diese drei Bevölkerungsgruppen irgendwie in der gleichen Gesellschaft leben?

Vor meiner Missionszeit habe ich nie ein echtes Gespräch mit einem Langzeitarbeitslosen, einem Obdachlosen, einem Drogendealer, einem Messi oder sonst einer solcher gescheiterten Persönlichkeit gehabt, und glaubt mir, jemand wie ich, der in der bequemen Mittelschicht aufgewachsen ist, hat keine Ahnung, wie so ein Leben ausschaut. Diese Leute (fast ausnahmslos) haben einfach keine Chance auf irgendwas. Wenn man mit 30 oder 40 ohne Job und ohne Bildung dasteht, da gibt es einfach keine Möglichkeit irgendwas Gutes aus diesem Leben zu machen. Eigentlich ist man da mit 25 schon zu spät dran. Und das Lähmendste dabei, ist die Verzweiflung, und das Wissen, dass man keine Chance hat, egal was man macht.
Es waren übrigens hauptsächlich Inländer, mit denen ich da zutun gehabt hab. Die paar Ausländer, mit denen ich in solchen Lagen zutun gehabt hab, die haben ihr Bestes getan, um irgendwo irgendwelche Drecksjobs zu kriegen, sofern das möglich war.

In der Zeit als Nachhilfelehrer habe ich eine völlig andere Parallelgesellschaft kennen gelernt. Das sind die Leute, für die €60 für eine Nachhilfestunde eine Kleinigkeit ist. Leute mit einer riesigen Wohnung direkt im 1. Bezirk, oder mit Wohnungen in Gated Communities in der Stadt. Eine Familie, bei der ich Nachhilfe gegeben habe, die haben eine 300 m² Penthouse-Wohnung im 3. Bezirk von Wien. Die Wohnung hat locker €5000 im Monat gekostet. Diese Leute haben auch ihre eigene Kultur, die nichts mit uns "Normalos" zutun hat.

Der einzige Unterschied, zwischen diesen Parallelkulturen und z.B. einer türkischen oder serbischen Parallelkultur ist, dass sie die gleiche Hautfarbe, das gleiche generelle Aussehen und die gleiche Schrift besitzen, wie wir in unserer Kultur. Damit fallen sie nicht so arg auf. Aber eine Parallelkultur sind sie trotzdem. Und "integrationswillig" ist da auch keine dieser Kulturen.
Gewinner der 6. und der 68. BlitzCodeCompo

Eingeproggt

BeitragMi, Okt 11, 2017 19:15
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Ja, gibt auch Unterschiede in der einheimischen Gesellschaft - die auch zu Problemen führen kann. Da werden dann aus Hass mal die Nobelschlitten der reichen mutwillig beschädigt, auch von Inländern. Oder umgekehrt, ich wurde in der Schule gemobbt, weil ich eine billige Füllfeder gehabt hab - von Österrecihern. Kenn ich - finde ich aber kein Argument, bei der Bildung weiterer Parallelgesellschaften tatenlos zu-zusehen. Wenn wir unter den Einheimischen schon viele Arbeitslose haben, warum ist es dann OK, wenn noch mehr kommen? (*) Übertrieben gesagt: Wenn man auf einem Auge blind ist, dann nimmt man das einfach so hin dass man auf dem anderen auch blind wird?

Ich finde den Vergleich mit den unterschiedlichen Gesellschaftsschichten ferner nicht so passend, weil die armen und reichen immer noch im selben Supermarkt einkaufen (selbst die Snobs, die "Premium-Marken" kaufen). Sie arbeiten vielleicht auch im selben Unternehmen (wenn auch in unterschiedlichen Positionen). Das soll jetzt nicht bedeuten, dass ich Menschen danach beurteile, wo sie einkaufen gehen - sondern zeigen, dass es im Alltag mehr Gemeinsamkeiten gibt als bei den "kritisierten Parallelgesellschaften".

(*) @Arbeitslose, bzw. wegen Tankbusters Beitrag: Ich war auch mal beim AMS gemeldet und bin zu solchen "externen Job Consulting Firmen" gegangen. Einen Monat lang, nicht drei. Meine Erfahrungen waren gänzlich unterschiedlich. Mir hat diese Beraterfirma geholfen - und auch grob geschätzt der Hälfte der anderen Teilnehmern was ich dann so in Gesprächen in den Pausen usw. mitbekommen hab. Wenn man Mutmaßungen über die finanziellen Hintergründe anstellen will, würde meine Spekulation eher so aussehen: Die externen Firmen kriegen Geld für ihre Maßnahmen. Wenn die Maßnahmen nicht den gewünschten Effekt bringen, wird der Auftrag beim nächsten mal (im nächsten Jahr, wieauchimmer) nicht mehr an diese Firma vergeben. Daher müssen sich die schon anstrengen, den Leuten wirklich zu helfen.
Ich kann verstehen, dass einem Arbeitslosigkeit runterzieht, wenn man an sich was tun will, aber nicht "darf". Deine Erzählung war aber in vielen Punkten übertrieben. Ein 25-Jähriger ohne Schulabschluss kann es sehr wohl zu was bringen, ich kenne persönlich ein Beispiel dafür. Der hat meinen größten Respekt, weil er neben einem Vollzeit-Job im Rahmen der Abendschule noch den Abschluss nachgeholt hat. Das ist nicht einfach, aber wenn man will, geht es.

An dem Punkt würde ich aber schon wieder Kritik an den aktuellen Bestimmungen üben: Wenn man den 14-jährigen eine Lehrstelle sooo schmackhaft macht, also Anreize schafft, die Schule zu verlassen anstatt sie abzuschließen, dann darf man sich nicht wundern, wenn das Bildungsniveau der arbeitenden Bevölkerung stagniert. Ich gebe zu, dass ich keinen Überblick darüber habe, wie viel Bedarf es an welchen Ausbildungs-Abschlüssen gibt (wenn 100% Akademiker herum rennen, wäre das Land wohl auch verloren). Aber um den Faden ein wenig weiter zu spinnen:
Wir reden dann auch von einer "Schulabbrecher-Generation", die wohl für bestimmte Aufgaben genau richtig geschult wurde - die aber das Pensionssystem in 20 Jahren nicht mehr aufrecht halten kann. Und wenn ich in unserem Gebäudekomplex im Erdgeschoß durchgehe (dort sind einige der Ausbildungs-Initiativen wie "Jugend am Werk"), dann wird mir Tag für Tag vor Augen geführt, dass diese Leute bestimmt nicht meine Pension finanzieren können. Und ja, ich schweife ab vom Flüchtlingsthema - weil die Jugendlichen dort sind teils auch Einheimische.

Nachtrag: Ich möchte Lehrstellen nicht als "allgemein schlecht" hinstellen - es gibt auch Leute, die was daraus machen. Aber so wie wir alle hier unsere Sicht der Dinge beschreiben, unsere Erlebnisse als Grundlage unserer Meinung hernehmen, so hab ich meist die negativen Seiten der Einwanderung erleben müssen.
Ein weiteres "gutes" Beispiel war mein Kollege beim Zivildienst: Der hat ständig betont, wie dreckig es ihm geht und dass er trotzdem weiter kämpft blablabla. Auf den ersten Blick könnte man also sagen, armer Teufel der aus seiner Situation das beste machen versucht. Wenn man mehr Zeit mit ihm verbringt, kommen dann so Erzählungen ans Tageslicht wie: Er hat das Essensgeld für seine Kinder im Casino verzockt. Und da er unbedingt ein neues Smartphone haben musste, weiß er nicht, wie er seine Kinder ernähren soll. Diese Erzählung ist 1:1 eine wahre Geschichte, sie ist nicht übertrieben. Und da hört sich mein Mitgefühl aber ganz schnell auf. Und der nächste, der anfängt, das Leben hätte ihn sooo schlecht behandelt und er muss sooo schwer mit dem Schicksal kämpfen... Tja, dem glaube ich das dann nicht mehr.
Übrigens: Dieser Mensch wurde nach 4 Monaten (von 9) rausgeschmissen, weil er es nichtmal zustande gebracht hat, jeden Tag um 7 Uhr in der Früh anwesend zu sein und dann noch Arbeitsanweisungen verweigert hat.
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BladeRunner

Moderator

BeitragMi, Okt 11, 2017 21:39
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Zitat:
Ein weiteres "gutes" Beispiel war mein Kollege beim Zivildienst: Der hat ständig betont, wie dreckig es ihm geht und dass er trotzdem weiter kämpft blablabla. Auf den ersten Blick könnte man also sagen, armer Teufel der aus seiner Situation das beste machen versucht. Wenn man mehr Zeit mit ihm verbringt, kommen dann so Erzählungen ans Tageslicht wie: Er hat das Essensgeld für seine Kinder im Casino verzockt. Und da er unbedingt ein neues Smartphone haben musste, weiß er nicht, wie er seine Kinder ernähren soll. Diese Erzählung ist 1:1 eine wahre Geschichte, sie ist nicht übertrieben. Und da hört sich mein Mitgefühl aber ganz schnell auf. Und der nächste, der anfängt, das Leben hätte ihn sooo schlecht behandelt und er muss sooo schwer mit dem Schicksal kämpfen... Tja, dem glaube ich das dann nicht mehr.


Und damit nimmst Du einen Einzelfall und erhebst ihn zum Stellvertreter für alle, und so entstehen dann Vorurteile. "Gefühlte Wahrheit" nennt sich sowas, und ist oft ein schlechter Ratgeber.

Zitat:
Statistiken sind oft Murks. Da wird geschoben, gelogen und getrickst, dass sich die Balken biegen.

Einfach mal einen Blick in die Gefängnisse werfen und auf die Herkunft der dortigen Menschen schauen.

Sorry, fällt ebenso unter gefühlte Wahrheiten. Vor allen Dingen: Hast Du Zugang zu einem Knast und kannst mal einfach so durchspazieren und die Leute nach Ethnie abzählen?
Das ist schlicht aus der Luft gegriffen, sorry.

Wenn ich dazu Zahlen möchte muss ich eben eine Statistik bemühen. Und dann auf die Quelle achten. Und ideellerweise eine nehmen die mir alle Rohdaten liefert und dann *selbst* Schlüsse ziehen. Die Zahlen der Statistik lügen nämlich nicht, es ist die Interpretation die sie zu dem macht was der eine hören will und der andere nicht.
Zu Diensten, Bürger.
Intel T2300, 2.5GB DDR 533, Mobility Radeon X1600 Win XP Home SP3
Intel T8400, 4GB DDR3, Nvidia GF9700M GTS Win 7/64
B3D BMax MaxGUI

Stolzer Gewinner des BAC#48, #52 & #92

Xaron

BeitragSa, Okt 21, 2017 10:14
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BladeRunner hat Folgendes geschrieben:
Zitat:
Statistiken sind oft Murks. Da wird geschoben, gelogen und getrickst, dass sich die Balken biegen.

Einfach mal einen Blick in die Gefängnisse werfen und auf die Herkunft der dortigen Menschen schauen.

Sorry, fällt ebenso unter gefühlte Wahrheiten. Vor allen Dingen: Hast Du Zugang zu einem Knast und kannst mal einfach so durchspazieren und die Leute nach Ethnie abzählen?


Ja kann ich. Natürlich nicht deutschlandweit, aber was ich gesehen hab, hat mir persönlich gereicht. Leider wird ja hier in Deutschland jeder eingebürgert, der nicht bis 3 auf'm Baum ist und selbst dann wird noch geschüttelt. Wink
Cerberus X - Monkey X Reloaded!

BladeRunner

Moderator

BeitragSa, Okt 21, 2017 15:56
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Ganz so super einfach ist das mit der Einbürgerung ja nicht:

"Voraussetzungen

Sie haben einen Anspruch auf Einbürgerung, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

- unbefristetes Aufenthaltsrecht zum Zeitpunkt der Einbürgerung, eine Blaue Karte EU oder eine befristete Aufenthaltserlaubnis, die ihrem Zweck nach zu einem dauerhaften Aufenthalt führen kann
- bestandener Einbürgerungstest (Kenntnisse über die Rechts- und Gesellschaftsordnung sowie die Lebensverhältnisse in Deutschland)
- seit acht Jahren gewöhnlicher und rechtmäßiger Aufenthalt in Deutschland (diese Frist kann nach erfolgreichem Besuch eines Integrationskurses auf sieben Jahre verkürzt werden, bei besonderen Integrationsleistungen sogar auf sechs Jahre)
- eigenständige Sicherung des Lebensunterhalts (auch für unterhaltsberechtigte Familienangehörige) ohne Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II
- ausreichende Deutschkenntnisse
- keine Verurteilung wegen einer Straftat
- Bekenntnis zur freiheitlichen demokratischen Grundordnung des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland
- grundsätzlich der Verlust beziehungsweise die Aufgabe der alten Staatsangehörigkeit (hier gibt es Ausnahmen je nach Herkunftsland, bitte sprechen Sie mit der Einbürgerungsbehörde)."

(Quelle)
Klingt nicht so nach am Baum schütteln. Die Jungs die du dann in der JVA abzählen kannst werden schon mal keine Staatsbürger mehr.

Auch ist es ja schön dass Du freien Zugang zu *einer* JVA hast - aber dass Du dann beim durchlaufen jedem Insassen ansiehst *woher* er stammt glaube ich Dir mal so unbesehen nicht. Siehe dazu "mein Papa nach Urlaub".
Zudem ist die deutsche Staatsbürgerschaft primär mal völlig entkoppelt vom Hauttonus und der Religionszugehörigkeit.
Aber was man sieht ist auch viel aussagekräftiger und richtiger als bundesweit erhobene Zahlen, selbstredend...
Zu Diensten, Bürger.
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